Sonne trifft Beton Teil 2

Ein Dialog mit Auryn von Purple City Genetics in Berlin

Im ersten Teil ging es um das große Bild:

Missverständnisse, Standortwahl, die Frage, ob sich ein kalifornischer Ansatz nach Deutschland übertragen lässt, und die Rolle, die eine Marke wie Purple City Genetics in einem noch jungen Markt spielen kann.

Teil 2 geht näher heran.

An die Pflanze selbst - an das Handwerk der Züchtung, an Selektion jenseits von THC, an die Frage, warum die schwierigsten Pflanzen oft die besten sind. Und an den Menschen dahinter: seinen eigenen, disziplinierten Umgang mit Cannabis, seine Skepsis gegenüber der schnellen Blase und seine Vision davon, was aus Deutschland werden kann: eine Kultur oder nur ein weiterer Markt.

Vom Konzept zur Praxis. Von der Marke zur Haltung.


KAPITEL 13

Der Wert von Züchtung heute, jenseits neuer Sorten

Was ist der Wert von Züchtung - was macht Breeding heute wirklich wertvoll, über das bloße Schaffen neuer Strains hinaus?

Züchtung bestimmt die Richtung, in die sich Cannabis entwickelt - egal ob in Kalifornien, Deutschland oder jedem anderen neuen Markt. Für mich geht es darum, diese Entwicklung aktiv mitzugestalten. Vor allem aber geht es darum, echte Probleme der Grower zu lösen.

Nach der Legalisierung in Kalifornien standen viele kleine Outdoor-Grower vor großen Herausforderungen. Sie kamen aus dem Legacy-Markt und waren plötzlich Unternehmer: oft ohne jede unternehmerische Erfahrung.

Gleichzeitig waren viele der beliebtesten Indoor-Genetiken alles andere als gute Produktionspflanzen: geringe Erträge, anfällig und schwierig im Anbau.

Genau deshalb haben wir Sorten wie Gush Mints bewusst so entwickelt, dass sie hohe Erträge liefern, einfach zu kultivieren sind und trotzdem starke THC-Werte erreichen. Denn am Ende müssen Farmer wirtschaftlich arbeiten können.

Dasselbe gilt für unsere Dual-Use-Genetiken. Findet ein Grower einen Abnehmer für Blüten, kann er die Ernte trocknen und als Flower verkaufen. Gibt es keinen Vertrag, kann er das Material einfrieren und später zu Hasch weiterverarbeiten. Mehr Möglichkeiten bedeuten weniger wirtschaftlichen Druck.

Social Media hat viele Grower dazu gebracht, ausschließlich den optisch spektakulären Hype-Strains hinterherzujagen. Sorten wie Runtz sehen beeindruckend aus, liefern im Outdoor-Anbau aber oft kleine Pflanzen, geringe Erträge und sind wirtschaftlich kaum sinnvoll. Unser Ziel ist es deshalb, Genetiken zu entwickeln, die den Erwartungen des Marktes entsprechen und gleichzeitig robust, zuverlässig und profitabel für die Menschen sind, die sie anbauen.

Als schließlich große Farmen im kalifornischen Wine Country mit Anbauflächen zwischen 20 und 100 Acres - nach unseren Klonen fragten, konnten wir die Nachfrage nicht mehr decken. Also verlagerten wir den Fokus stärker auf Saatgut. Damals arbeiteten viele Betriebe mit minderwertigen Autoflower-Genetiken. Für mich war das eine Chance, bessere Alternativen zu entwickeln: Autoflower mit hohem THC-Gehalt, ausgeprägten Terpenprofilen und einer starken agronomischen Leistung.

Für mich beginnt Breeding immer mit derselben Frage: Welches Problem gibt es? Lohnt es sich, dieses Problem zu lösen? Und welche Schritte braucht es, um genau das zu erreichen?

CHAPTER 13 (English version)

The value of breeding today, beyond just new strains

Breeding shapes the direction cannabis takes as it enters new markets - whether that's California, Germany, or anywhere else.

For me, it's never been about chasing hype, it's about solving real problems. After legalization in California, many small outdoor farmers found themselves in a difficult position. Most came from the legacy market and suddenly had to think like business owners. At the same time, many of the industry's most popular indoor genetics looked great but performed poorly in large-scale outdoor cultivation, with low yields and unnecessary production challenges.

That's exactly where we wanted to make a difference. Strains like Gush Mints were intentionally bred to deliver high yields, strong THC levels, and reliable field performance while remaining easy to cultivate. The same philosophy applies to our dual-purpose flower and hash varieties. If a grower secures a flower contract, they can dry and sell the harvest as flower. If not, they can freeze it and process it into hash later. More options ultimately mean more security for the grower.

Social media has encouraged many growers to chase visually impressive hype strains like Runtz. The problem is that those genetics often produce small plants with poor yields, making them financially unsustainable for outdoor cultivation. Our goal is different: to breed plants that satisfy market demand while also being productive, resilient, and profitable for the people growing them.

When large farms in California's wine country - some spanning 20 to 100 acres - started asking for our clones, it quickly became clear that clones alone couldn't meet the demand. That pushed us toward seed production.

At the time, many growers were relying on poor-quality autoflower genetics imported from Europe. We saw that as an opportunity to develop something better: autoflowers with high THC content, rich terpene profiles, and strong agronomic performance.

At the end of the day, breeding always comes down to the same questions: What's the problem? Is it worth solving? And what are the steps needed to solve it?


Kapitel 14

Selektionskriterien jenseits des Offensichtlichen

Die Selektionskriterien - woran denkst du, wenn du Pflanzen für die nächste Generation auswählst? Was zählt wirklich, jenseits des Offensichtlichen?

Ich möchte den Fokus wieder stärker auf die Wirkung legen: nicht nur auf Optik oder THC-Werte. Früher hieß es: Rauch das abends, das ist stark. Oder man wusste ganz selbstverständlich, welche Sorten eher für den Morgen und welche für den Abend geeignet sind.

Heute jagen viele Konsumenten, zumindest in Kalifornien – vor allem hohen THC-Werten und einer attraktiven Optik hinterher. Und anschließend heißt es: Dieses Weed macht mich müde. Dabei ist das oft keine Frage der Qualität, sondern des richtigen Zeitpunkts und der passenden Wirkung.

Für mich ist entscheidend, wie ein High ausklingt. Manche Sorten lassen einen sanft wieder landen, sodass man sich danach einfach gut und ausgeglichen fühlt. Andere brechen regelrecht ab, plötzlich denkt man: Ich brauche noch einen Joint. Oder man bekommt Hunger oder fühlt sich sogar gestresst.

Schwere Sativas wirken wiederum ganz anders: Sie können einen zerstreut oder fast schon abwesend machen.

Genau darauf achte ich bei der Selektion. Nicht nur auf Laborwerte oder darauf, wie „sexy“ eine Blüte aussieht, sondern darauf, wie sie sich tatsächlich anfühlt.

Am Ende muss Breeding den Menschen zwar das geben, was sie suchen. Gleichzeitig versuche ich aber, sie ganz bewusst wieder stärker in Richtung Wirkung und Erlebnis zu lenken.

CHAPTER 14 (English version)

Selection criteria beyond the obvious

The selection criteria - what goes through your mind when choosing plants for the next generation? What really matters beyond the obvious?

I want to bring the focus back to the experience - not just appearance or THC numbers. There was a time when people would say, "Smoke this in the evening, it's a heavy one," or they clearly understood which strains were better for the morning and which belonged at night.

Today, especially in California, many consumers are chasing high THC percentages and visual appeal. Then they end up saying, "This weed makes me tired," without realizing that it's often about timing and finding the right fit for the moment.

What matters most to me is how the high finishes. Some strains taper off gently, leaving you feeling relaxed and completely normal afterward. Others drop off hard—you suddenly feel like you need another joint, something to eat, or you just end up feeling stressed. Heavy sativas create a different kind of experience altogether, often leaving you feeling scattered or disconnected.

That's what I pay attention to when selecting plants. Not just lab results or how visually "sexy" a flower looks, but how enjoyable it actually is to smoke and how it makes people feel.

Breeding has to give people what they're looking for, but at the same time, I want to gently guide them toward making choices based on the experience - not just the numbers.

Kapitel 15

Stabilität vs. Innovation, Terpene vs. Potenz

Wie balancierst du Stabilität und Innovation beim Aufbau neuer Linien? Und wie wägst du Terpen-Ausdruck gegen Potenz in deinen Selektionen ab?

Eine Pflanze investiert ihre Energie meist entweder in Terpene, also Geschmack und Aroma oder in Cannabinoide wie THC. Beides gleichzeitig auf höchstem Niveau zu vereinen, ist selten.

Oft sind es gerade die schwierigsten Pflanzen, die die spannendsten Terpenprofile mitbringen. Sie liefern weniger Ertrag, sind anfälliger für Krankheiten oder Schädlinge und stellen Grower vor deutlich größere Herausforderungen.

Nimm zum Beispiel OG Kush.

Als Produktionspflanze ist sie alles andere als ideal: empfindlich, anfällig und im kommerziellen Anbau oft ein Albtraum. Als Konsum-Strain hingegen ist sie eine echte Ikone – praktisch ein Platz auf dem Mount Rushmore des Cannabis. Geschmack und Wirkung gehören für viele bis heute zum Besten, was die Pflanze hervorgebracht hat.

Historisch wurde OG Kush deshalb selektiert, weil sie außergewöhnlich gut zu rauchen ist – nicht, weil sie besonders einfach anzubauen wäre oder die höchsten THC-Werte erreicht. Nach heutigen kommerziellen Maßstäben würde sie wahrscheinlich gar nicht mehr ausgewählt werden. Sie liefert nicht immer die höchsten Laborwerte und macht den Anbau im großen Maßstab unnötig kompliziert.

Genau in diesem Spannungsfeld bewege ich mich beim Breeding: Auf der einen Seite steht eine Genetik, die für Grower wirtschaftlich und zuverlässig funktioniert. Auf der anderen Seite eine Pflanze, die Konsumenten ein außergewöhnliches Erlebnis bietet.

Die Herausforderung besteht darin, beide Welten so gut wie möglich miteinander zu verbinden.

CHAPTER 15 (English version)

Stability vs. innovation, terpenes vs. potency

How do you balance stability and innovation when building new genetic lines? And how do you weigh terpene expression against potency in your selections?

A plant usually invests most of its energy into either terpenes: flavor and aroma, or cannabinoids like THC. It's rare to find one that truly excels at both.

Ironically, it's often the most difficult plants to grow that produce the most exceptional terpene profiles. They tend to have lower yields, are more susceptible to disease and pests, and can be incredibly demanding in cultivation.

Take OG Kush, for example. As a production plant, it's far from ideal - sensitive, difficult to manage, and a constant challenge for growers. But as a consumer strain, it's iconic. It's practically on the Mount Rushmore of cannabis, with a flavor and effect that many people still consider unmatched.

Historically, OG Kush was selected because it delivered an incredible smoking experience, not because it was easy to grow or produced the highest THC numbers. By today's commercial standards, it would probably never make the cut. It doesn't always produce the highest lab results, and scaling it up for commercial production is anything but easy.

That tension between creating genetics that work for growers and genetics that deliver an exceptional experience for consumers - is at the heart of the way I approach breeding.

Kapitel 16

Wie man eine neue Sorte „huntet", von der Idee bis in den Markt

Wie huntest du eine Sorte von der ersten Idee bis zum fertigen Release? Wie entstehen bei Purple City Genetics neue Strains?

Am Anfang steht immer das Verständnis für die Genetik. Man muss die Familie der Mutterpflanze kennen, genauso wie die des Vaters. Erst dann definiert man, was man mit der Kreuzung überhaupt erreichen möchte – sei es in Bezug auf Terpene, Wirkung, Wuchs oder den späteren Einsatzzweck.

Von dort an beginnt ein kontinuierlicher Pheno Hunt. Wir bringen das ganze Jahr über Pflanzen zur Blüte: unsere eigenen Seeds, Genetiken anderer Breeder und Klone von Freunden aus den gesamten USA - teilweise auch aus Europa.

Insgesamt flowern wir rund 5.000 einzigartige Pflanzen pro Jahr.

Am Ende bleiben vielleicht zehn bis zwanzig Selektionen übrig, die wir wirklich interessant finden.

Für jede neue Seed-Linie testen wir in der Regel etwa 40 Pflanzen. Finden wir darunter nichts Besonderes, machen wir weiter. Es gibt immer neue Projekte und neue Möglichkeiten. Natürlich könnte man auch tausend Pflanzen einer Linie durchlaufen lassen, aber irgendwann wird das eher überwältigend als hilfreich. Man verliert den Blick fürs Wesentliche und irgendwann auch die Begeisterung.

Bei der finalen Auswahl verlassen wir uns nicht nur auf unsere eigene Einschätzung. Wir haben ein Kernteam von etwa fünf Leuten, die deutlich mehr konsumieren als ich. Hohe Toleranz, Dabs zum Frühstück - den ganzen Tag. Sie helfen dabei, Genetiken unter realen Bedingungen zu testen.

Ich selbst rauche kleinere Joints und habe im Alltag andere Verantwortungen. Deshalb interessiert mich vor allem ihre Perspektive: Funktioniert eine Sorte auch bei Menschen mit hoher Toleranz? Bleibt sie interessant, selbst wenn man regelmäßig konsumiert? Hebt sie sich wirklich von anderen Genetiken ab?

Am Ende ist Breeding kein einzelner Moment, sondern ein jahrelanger, iterativer Prozess und nur ein Bruchteil aller Kandidaten schafft es tatsächlich ins Sortiment von Purple City Genetics.

Chapter 16

How you actually "hunt" a new strain, from idea to market

How do you hunt a new strain—from the initial idea all the way to release? How does Purple City Genetics discover and select new genetics?

It all starts with understanding the families. You need to know the lineage of both the mother and the father before defining the goal of the cross - whether that's terpene profile, effect, plant structure, growth characteristics, or its intended use.

From there, it's a continuous process of pheno hunting. We're constantly flowering plants: our own seeds, genetics from other breeders, and clones from friends across the United States, with some coming from Europe as well. Over the course of a year, we flower around 5,000 unique plants, and in the end, maybe 10 to 20 make it through as selections we genuinely believe in.

For each new seed line, we'll usually hunt around 40 plants. If we don't find anything special in those 40, we move on. There are always new projects waiting. You could run a thousand phenotypes if you wanted to, but at that point it becomes overwhelming. You lose perspective and eventually, you lose the excitement that makes pheno hunting enjoyable.

When it comes to the final selections, I don't rely only on my own opinion. We have a core group of about five people who consume far more cannabis than I do. They have a high tolerance, take dabs from the moment they wake up, and smoke throughout the day. They're the perfect people to stress-test both quality and effect.

I smoke smaller joints myself, and I have responsibilities outside of cannabis, so I value their perspective. Is this strain still exciting after heavy, everyday consumption? Does it stand out even to someone with a very high tolerance?

At the end of the day, breeding is a multi-year, iterative process and only a tiny fraction of everything we hunt ever becomes a real strain in the Purple City Genetics lineup.

Kapitel 17

Was er in der Züchtung niemals tun würde, auch wenn es funktioniert

Was sind Dinge, die du in der Züchtung niemals tun würdest – selbst wenn sie funktionieren könnten?

Für mich gibt es eine klare Grenze: genetische Modifikation. Gemeint sind Technologien wie GMO oder CRISPR. In den USA gibt es beispielsweise Ansätze, Gene zu verändern, um Pflanzen resistent gegen Krankheiten wie HLVD zu machen, anstatt dieses Ziel durch langfristige Züchtungsarbeit zu erreichen.

Diesen Weg würde ich nicht gehen.

Ich halte Gene-Editing für problematisch. Auch bei anderen Kulturpflanzen – ob Äpfel, Bananen oder Mais hat sich gezeigt, dass solche biotechnologischen Abkürzungen nicht zwangsläufig die beste Lösung sind.

Ich glaube an die klassische Züchtung. Sie braucht mehr Zeit, mehr Geduld und deutlich mehr Arbeit, aber genau darin liegt für mich ihr Wert. Anstatt Gene zu verändern, bevorzuge ich es, Eigenschaften auf natürliche Weise über Generationen hinweg zu selektieren und weiterzuentwickeln.

Chapter 17

What he would never do in breeding, even if it worked

What are some things you would never do in breeding, even if they might work?

For me, the line is very clear: genetic modification. That includes technologies like GMO and CRISPR. In the U.S., for example, there's work being done to edit genes associated with HLVD rather than solving the problem through long-term breeding. That's simply not a path I would take.

I believe gene editing is a risky direction, and I don't think it has truly proven itself in other agricultural crops, whether we're talking about apples, bananas, or corn.

I have a strong preference for traditional breeding. It takes more time, more patience, and far more work, but that's exactly where I see its value. Rather than relying on biotech shortcuts, I'd rather develop and strengthen desirable traits through careful selection over multiple generations.

Kapitel 18

Was eine neue Ära wäre, wenn er wieder rauchen würde

Frage (an Philipp): Was wäre deine Ära? Du warst selbst Grower und lange Teil dieser Welt. Wie blickst du heute darauf?

Philipp: Ich liebe Cannabis bis heute und vermisse es manchmal. Trotzdem habe ich vor etwa vier Jahren aufgehört. Für mich war das die richtige Entscheidung.

Ich kenne mich selbst gut genug, um zu wissen, dass es wahrscheinlich nicht bei einem Zug oder einem Joint bleiben würde. Genau davor habe ich Respekt. Ich möchte nicht wieder an einen Punkt kommen, an dem mein Konsum die Kontrolle übernimmt.

Deshalb entscheide ich mich bewusst dagegen - nicht, weil ich Cannabis ablehne, sondern weil ich weiß, was für mich persönlich der richtige Weg ist.

Chapter 18

What a new era would be if he started smoking again

Question (to Philipp): What would your era be? You were a grower yourself and deeply involved in the scene. How do you look back on it today?

Philipp: I still love cannabis, and I miss it sometimes. But I quit about three and a half to four years ago.

I know myself well enough to realize that it would never stop at just one hit or one joint. It would probably grow from there until I lost control over my consumption again.

That's what I'm afraid of. I don't want to find myself back in that cycle, so for me, the better choice is simply not to start again.

Kapitel 19

Wie er aufhörte, und was sich an seiner Disziplin änderte

Und wie war das bei dir mit dem Aufhören?

Ich habe fast fünf Jahre pausiert. Der Auslöser war eine Phase mit viel Stress, einem Beinahe-Zusammenbruch, meiner Hochzeit und der Geburt meiner Kinder. Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass ich einen Schritt zurücktreten musste.

Als ich später wieder angefangen habe, war das ein sehr bewusster und langsamer Prozess. Es hat ungefähr ein Jahr gedauert, bis ich einen kontrollierten Umgang gefunden hatte. Zuerst war es nur gelegentlich, dann am Wochenende und irgendwann kamen vereinzelt weitere Tage dazu.

Heute gehe ich ganz anders damit um. Ich denke an meine Verantwortung und entscheide mich oft ganz bewusst dagegen zu konsumieren, wenn ich weiß, dass ich noch etwas zu erledigen habe. Disziplin ist für mich inzwischen wichtiger als Gewohnheit.

Chapter 19

How he stopped, and what changed in his discipline

And what was it like for you to quit?

I stopped for almost five years. It was a combination of stress, a near breakdown, getting married, and becoming a father. At some point, I realized I needed to take a step back.

When I eventually started again, it was a very gradual and intentional process. It took about a year before I felt I had a healthy relationship with it again. At first, it was only occasional, then weekends, and eventually I added the odd weekday.

Today, I approach it very differently. I'm much more disciplined. I think about my responsibilities first, and if I know I have things to do, I'll often make the conscious decision not to smoke.

Kapitel 20

Warum sich High-Sein heute stressig anfühlt

Frage (an Philipp): Aber du verbindest das Highsein heute eher mit einem ängstlichen Gefühl, weil es für dich irgendwann zu überwältigend wurde?

Philipp: Wenn ich mir heute vorstelle, high zu sein, fühlt sich das eher stressig als angenehm an. Es wirkt auf mich überwältigend: nicht wie etwas, das ich vermisse oder zurückhaben möchte.

Auryn: Wenn man sehr high ist, können die Reize einfach zu viel werden. Es braucht eine gewisse Reife und vor allem Selbstwahrnehmung, um damit umgehen zu können. Und ich glaube, das wird oft unterschätzt: Man kann in dieser Branche genauso gut nüchtern arbeiten. Eine Perspektive ohne Rausch hat ihren ganz eigenen Wert - manchmal sieht man dadurch Dinge sogar klarer.

Chapter 20

Why being high feels stressful to him now

Question (to Philipp): Do you associate being high with a sense of anxiety now, because at some point it became overwhelming for you?

Philipp: When I imagine being high today, it doesn't feel enjoyable anymore. It feels stressful and overwhelming.

Auryn: When you're very high, it can simply become too much. There are so many stimuli coming at you, and it takes a certain level of maturity and self-awareness to navigate that. I also think people underestimate this: you can absolutely work in this industry without consuming. A sober perspective has its own value. In many situations, it actually allows you to see things more clearly.

Kapitel 21

Wie er das Rauchen sozial handhabt

Und wie ist das im sozialen Rahmen?

Ich rauche heute meistens allein oder mit einem sehr kleinen Kreis - vielleicht mit meinem Bruder oder ein, zwei engen Freunden.

Auf Veranstaltungen mag ich es dagegen überhaupt nicht, high zu sein. In solchen Situationen möchte ich meistens einfach nur nach Hause. Wenn ich nüchtern bin, fällt es mir deutlich leichter, präsent zu bleiben, Gespräche zu führen und neue Menschen kennenzulernen.

Meine Routine hat sich deshalb komplett verändert. Wenn die Familie abends schläft - meistens gegen halb zehn – beginnt meine Me-Time. Dann rauche ich ein wenig, um runterzukommen, zu entspannen und den Tag hinter mir zu lassen.

Nach vielen Jahren, in denen ich ständig angespannt war, geht es mir heute vor allem um Balance. Nicht um Extreme, sondern darum, einen gesunden Umgang mit der Pflanze zu finden.

Chapter 21

How he manages smoking socially

And what about in social situations?

These days, I mostly smoke alone or with a very small circle—maybe my brother or one or two close friends.

I don't enjoy being high at events. If I smoke, I usually end up wanting to leave. When I'm sober, I can stay present, meet people, and actually enjoy networking.

My routine has completely changed over the years. Once my family is asleep—usually around 9:30 p.m.—that's my time. I'll smoke a little, unwind, and finally relax after the day.

After spending years feeling constantly tense, what matters to me now is balance. It's not about extremes anymore—it's about having a healthy relationship with cannabis.

Kapitel 22

Wie viel er heute raucht

Und wie viel rauchst du heute so? Wie viel Gramm?

Nicht mal zwei Gramm am Tag. Eher weniger.

Chapter 22

How much he smokes these days

And how much do you smoke these days? How many grams?

Not even two grams a day. Less than that, really.

Kapitel 23

Eigene Vapes von Purple City Genetics?

Habt ihr eigentlich eigene Vapes von Purple City Genetics?

Nein, eigene Vapes haben wir nicht. Ich persönlich nutze einen Vaporizer von Storz & Bickel und verdampfe ausschließlich Blüten.

Chapter 23

Own vapes from Purple City Genetics

Do you actually have your own vapes from Purple City Genetics?

No, we don't have our own vapes. I use a Storz & Bickel vaporizer with flower.

Kapitel 24

Was entscheidet, ob aus Deutschland echte Kultur wird oder nur ein Markt

Was wird darüber entscheiden, ob Deutschland eine echte Cannabiskultur entwickelt – oder am Ende nur ein neuer Markt bleibt?

Ich glaube, man kann Cannabis heute nicht mehr nur lokal betrachten. Die Branche ist längst global geworden.

Am Anfang erlebt jeder neue Markt einen Boom. Alles wächst unglaublich schnell, überall entstehen neue Unternehmen und plötzlich scheint jeder dabei sein zu wollen. Irgendwann platzt diese Blase wieder. Viele kurzfristige Akteure: vor allem diejenigen, die nur auf schnelles Geld aus sind – werden verschwinden. Das haben wir in den USA und Kanada bereits gesehen.

Danach entscheidet sich, was wirklich bleibt. Dann liegt es an den Menschen vor Ort, ob sie eine lebendige Szene aufbauen oder ob Cannabis einfach nur ein weiteres Produkt im Regal wird.

Spanien ist dafür ein interessantes Beispiel. Die Social Clubs bewegen sich zwar rechtlich in einer Grauzone, trotzdem hat sich dort eine starke Kultur entwickelt. Ein Grund dafür ist, dass Menschen aus ganz Europa zusammenkommen. Italienische Breeder arbeiten in Barcelona, weil sie diese Möglichkeiten in ihrer Heimat nicht haben.

Ich hoffe, dass Cannabis Menschen über nationale Grenzen hinweg verbindet.

Dass am Ende Talent, Leidenschaft und Wissen wichtiger sind als Herkunft – so wie es in der Musik schon seit Langem selbstverständlich ist.

Chapter 24

What will decide if Germany becomes a real culture or just a market

What will determine whether Germany develops a genuine cannabis culture—or simply becomes another market?

I don't think you can look at cannabis as a local industry anymore. It's become a global one.

Every new market goes through the same cycle. At first, everything explodes. Companies appear overnight, everyone wants a piece of it, and there's a lot of hype. Eventually, that bubble bursts. Many of the short-term players—the ones chasing quick money, often backed by experiences from the U.S. or Canada - will disappear.

What happens after that is what really matters. That's when it's up to the local community to decide whether cannabis becomes a lasting culture or simply another product on the shelf.

Spain is a great example. Social clubs operate in a legal grey area, yet they've built a remarkably strong community. A big reason for that is the international exchange of talent. You'll find Italian breeders working in Barcelona because they don't have the same opportunities back home.

I hope cannabis can bring people together beyond national borders. That talent, passion, and knowledge become more important than where someone comes from - just like they already are in music.

Kapitel 25

Tragen Marken wie eure Verantwortung beim Eintritt in neue Märkte

Glaubst du, dass eine Marke wie Purple City Genetics Verantwortung trägt, wenn sie einen neuen Markt betritt?

Ja, definitiv. Das nehmen wir nicht auf die leichte Schulter.

Unser Anspruch war nie, nur eine junge Zielgruppe anzusprechen. Wir möchten eine Marke aufbauen, die Menschen jeden Alters erreicht – nicht nur 18-Jährige, sondern genauso 55-Jährige oder Senioren.

Das sieht man auch in den USA. Unsere am schnellsten wachsende Zielgruppe sind Menschen zwischen 65 und 75 Jahren. Viele bauen ihr Cannabis selbst an und interessieren sich weder für Promi-Marken noch für Rapper-Brandings. Sie wollen einfach gutes Cannabis, das ihnen guttut und Freude bereitet.

Genau das ist auch mein Anspruch. Gute Genetik sollte nicht exklusiv sein. Sie sollte für alle zugänglich sein – selbst für meine Oma.

Chapter 25

Do brands like yours carry responsibility entering new markets

Do you think a brand like Purple City Genetics carries a responsibility when entering a new market like this?

Absolutely. We don't take that responsibility lightly.

Our goal has never been to build a brand that only speaks to 18-year-olds. We want to create something that resonates across generations - from younger consumers to people in their fifties, sixties, and beyond.

In the United States, one of our fastest-growing demographics is people between the ages of 65 and 75. Many of them grow their own cannabis and couldn't care less about celebrity brands or rapper endorsements. They simply want good cannabis that improves their quality of life and makes them happy.

That's what I believe good genetics should be about. They shouldn't be exclusive - they should be accessible to everyone, even my grandma.

Kapitel 26

Wie der Genetik-Markt in fünf Jahren aussieht, und was gerade fehlt

Wie sieht der Genetik-Markt in fünf Jahren aus, besonders mit Blick auf die USA und Europa? Und was fehlt dem Markt aktuell noch?

In Kalifornien sind fruchtige Genetiken besonders beliebt, vor allem im Hash-Bereich. Auch in Europa und speziell im deutschen Medizinalmarkt, steigt die Nachfrage nach fruchtigen Sorten kontinuierlich. Allerdings gibt es hier andere Konsumgewohnheiten. Viele Patienten mischen ihre Blüten mit Tabak, was den Geschmack und die Auswahl der Genetiken anders beeinflusst als in den USA.

Was dem Markt meiner Meinung nach fehlt, ist eine moderne Interpretation klassischer Sativas. Kalifornien war historisch stark von Indicas geprägt – Cannabis zum Entspannen, für den Strand oder einen Abend vor dem Fernseher. Städte wie New York oder auch Berlin stehen dagegen eher für eine Sativa-Kultur: Haze, Sour Diesel und Sorten, die Energie geben und einen nach draußen ziehen.

Das Problem ist, dass viele dieser klassischen Sativas für den heutigen Markt kaum geeignet sind. Sie haben sehr lange Blütezeiten, liefern oft nicht die gewünschten THC-Werte und ihre Pflanzenstruktur ist für den modernen Anbau wenig attraktiv.

Genau dort setzen wir an. Unser Ziel ist es, eine moderne Sativa zu entwickeln – mit der typischen klaren, aktiven Wirkung, aber kombiniert mit Eigenschaften, die auch für Grower und den heutigen Markt funktionieren.

Wenn ich fünf Jahre in die Zukunft blicke, hoffe ich, dass Deutschland einen vollständig legalen Freizeitmarkt hat. Idealerweise gehst du dann in eine Apotheke oder ein Fachgeschäft und findest dort eine große Auswahl an hochwertiger Genetik, echter Vielfalt und konstant guter Qualität.

Die Lieferketten werden zwar weiterhin lang sein, aber manche Genetiken sind robust genug, ihre Terpene und Qualität auch nach Produktion, Bestrahlung und Transport zu bewahren. Genau solche Sorten werden in Zukunft entscheidend sein.

Ein großer Teil der heutigen medizinischen Produkte, insbesondere aus Kanada: überzeugt mich qualitativ allerdings noch nicht.

Chapter 26

What the genetic market looks like in five years, and what's missing now

What do you think the genetics market will look like in five years, especially between the U.S. and Europe? And what do you think it's completely missing right now?

In California, fruity genetics are incredibly popular, especially in the hash market. In Europe and particularly in Germany's medical market - there's also a strong demand for fruity varieties. The difference is that many patients here still mix their flower with tobacco, which creates very different consumer preferences than in the U.S.

What I think the market is really missing is a modern interpretation of classic sativas. California has traditionally been dominated by indicas - the kind of cannabis you associate with relaxing, going to the beach, or watching TV. Cities like New York, and even Berlin, have a completely different energy. They're more about haze, Sour Diesel, and sativas that make you want to get out into the world.

The problem is that many of those classic sativas simply aren't built for today's commercial market. They take too long to flower, often don't reach the THC levels people expect, and their plant structure isn't ideal for large-scale production.

That's exactly what we're trying to change. Our goal is to create a modern sativa: one that delivers the uplifting, energetic effect people love while offering the performance and consistency today's growers and markets require.

Looking five years ahead, my hope is that recreational cannabis will be fully legal in Germany. I'd love to see a future where you can walk into a pharmacy and find incredible genetics, real diversity, and consistently high quality.

Supply chains will always be long, but some genetics are resilient enough to preserve their terpene profile and overall quality even after being grown in Canada, irradiated, and shipped across the world. Those are the genetics that will define the future.

At the same time, I still believe much of the current medical cannabis and a lot of what's coming out of Canada - falls short when it comes to quality.

Kapitel 27

Die harte Wahrheit über diese Branche

Was ist die Wahrheit über diese Branche, über die kaum jemand spricht?

Nach außen wirkt vieles freundlich und familiär. Hinter den Kulissen sieht es oft anders aus. Es gibt viele Menschen in dieser Branche, die opportunistisch handeln oder andere ausnutzen. Weil so viel kurzfristiges Geld im Markt ist, zieht Cannabis immer wieder Leute an, die nur auf den schnellen Gewinn aus sind. Und genauso schnell, wie sie kommen, verschwinden sie oft wieder.

Gleichzeitig ist das Geschäft deutlich härter, als viele glauben. Die Margen sind gering, Unternehmen müssen Gehälter zahlen und hohe laufende Kosten stemmen. Dieser wirtschaftliche Druck führt dazu, dass manche Firmen Produkte veröffentlichen, hinter denen sie unter anderen Umständen vielleicht gar nicht stehen würden.

Ich vergleiche das gerne mit der Gastronomie. Viele Grower träumen davon, ein Spitzenrestaurant zu sein. Irgendwann merken manche jedoch, dass ihr Geschäftsmodell eher einem Burger King entspricht und sie auch entsprechend handeln müssen.

Genau in dieser Suche nach der eigenen Identität entstehen oft die größten Widersprüche. Und leider landen dadurch manchmal Produkte auf dem Markt, die eigentlich nie hätten veröffentlicht werden dürfen.

Chapter 27

The hard truth about this industry

What's the truth about this industry that people don't like to talk about?

There's definitely a friendly image on the surface, but behind the scenes, you'll also find people who are opportunistic and exploitative. The industry is still driven by a lot of short-term money, and that naturally attracts people who are only looking for a quick profit. Most of them disappear just as quickly as they arrived.

The reality is that this business is much tougher than many people think. Margins are tight, companies have employees to pay, and the overhead is enormous. Under that kind of pressure, some businesses end up releasing products they probably wouldn't have launched under different circumstances.

I like to compare it to the restaurant industry. A lot of growers dream of being a Michelin-star restaurant. At some point, though, some realize they're actually more like Burger King and they have to operate that way to survive.

It's in that search for identity that companies often make confusing decisions, and unfortunately, that's when products end up on the market that probably should never have been released.

Kapitel 28

Wofür Purple City Genetics in 10 bis 20 Jahren stehen soll

Wofür soll Purple City Genetics stehen, wenn man in zehn oder zwanzig Jahren darauf zurückblickt?

In Kalifornien sind wir seit vielen Jahren Teil dieser Szene. Die meisten Grower dort haben irgendwann schon einmal mit unserer Genetik gearbeitet.

Wenn die Menschen in zehn oder zwanzig Jahren an Purple City Genetics denken, wünsche ich mir, dass sie uns mit Qualität, Integrität und Beständigkeit verbinden. Ich möchte jedes Jahr neue, spannende Genetiken entwickeln und diesen Weg noch viele Jahre weitergehen.

Ob die Marke irgendwann an die nächste Generation übergeht oder eines Tages endet, weiß ich heute nicht. Darüber kann ich nur spekulieren.

Ich hoffe einfach, dass Purple City Genetics länger lebt als ich selbst. Aber wie die Geschichte am Ende ausgeht, wird die Zeit zeigen.

Chapter 28

What he hopes Purple City Genetics represents in 10 to 20 years

What do you hope Purple City Genetics will represent when people look back 10 or 20 years from now?

We've been part of the California scene for a long time now. At some point, almost every grower in the state has probably grown something from Purple City Genetics.

Looking ahead, I hope people remember us for three things: quality, integrity, and consistency. I want us to keep developing new and exciting genetics every single year and to still be doing that twenty years from now.

Whether the company gets passed on to someone else or eventually comes to an end, I honestly don't know. That's impossible to predict.

I just hope the brand has a life beyond me. How that story unfolds is something only time will tell.

Kapitel 29

Ziele in Deutschland und Europa

Was sind deine Ziele hier in Deutschland? Willst du etwas aufbauen wie in Spanien?

Bisher habe ich bewusst abgewartet, bis sich der deutsche Markt weiterentwickelt. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen verändern sich ständig – ob es um Social Clubs, Klone oder die Anzahl der Clubs geht. Im Moment ist noch schwer abzuschätzen, wer langfristig etwas Nachhaltiges aufbauen möchte und wer nur auf den schnellen Profit aus ist und in einem Jahr schon wieder verschwunden sein wird.

Mein Ziel ist es, irgendwann einen kleinen Store oder ein Headquarter in Deutschland zu eröffnen.

Noch wichtiger ist mir aber, die richtigen Menschen zu finden. Menschen, die langfristig denken, unsere Vision teilen und mit derselben Integrität arbeiten. Nicht Menschen, die auf das schnelle Geld aus sind, sondern solche, die wirklich etwas Nachhaltiges aufbauen wollen.

Chapter 29

Targets in Germany and Europe

What are your goals for Germany? Do you want to build something here similar to what you've built in Spain?

So far, I've been deliberately waiting for Germany to mature. The regulations are still evolving all the time - whether it's social clubs, clones, or how many clubs people are allowed to operate. Right now, it's hard to tell who's genuinely building something for the long term and who's just looking to make a quick profit before disappearing a year later.

My goal is to eventually open a small shop or establish a headquarters in Germany.

Even more important than that, though, is finding the right people. People who are here for the long run, who share our vision and our values, and who care about integrity more than making quick money.

Kapitel 30

Die nächste Generation ausbilden und mit Abgängen umgehen

Wie denkst du über die nächste Generation – darüber, Wissen weiterzugeben, obwohl manche Menschen später ihren eigenen Weg gehen?

In den USA besteht unser Team größtenteils aus Menschen, die schon lange dabei sind. Viele von ihnen geben ihre Rolle an der Spitze nicht so leicht auf.

Ich glaube aber, dass wir junge Menschen Anfang zwanzig in die Branche holen und ihnen die Möglichkeit geben müssen, zu lernen. Unser Ziel ist es, sie so auszubilden, dass sie dieselbe Denkweise und dieselben Werte entwickeln wie das bestehende Team.

Natürlich bringt das auch Herausforderungen mit sich. Man investiert viel Zeit und Energie in jemanden, begleitet ihn vielleicht zwei Jahre und irgendwann macht diese Person ihr eigenes Ding. Das kann frustrierend sein, gehört aber auch dazu.

In Spanien und Europa arbeiten wir heute mit vielen Menschen zusammen, die aus dem Aktivismus kommen und die Bewegung über Jahre geprägt haben. Doch die Branche verändert sich. Sie entwickelt sich vom reinen Aktivismus hin zu einer immer komplexeren Industrie.

Deshalb wünsche ich mir eine neue Generation, die Vision, Ehrgeiz und Unternehmergeist mitbringt – Menschen, die wirtschaftlich denken können, ohne dabei die Werte aus den Augen zu verlieren.

Das gilt auch für die Konsumenten. Viele Jüngere haben den Grau- oder Schwarzmarkt nie erlebt. Sie sind mit Dispensaries und legalen Standards aufgewachsen. Das ist grundsätzlich etwas Positives, gleichzeitig kennen sie oft nur einen kleinen Ausschnitt dessen, was Cannabis sein kann.

Für sie fühlen sich Klassiker wie Jack Herer plötzlich wie völlig neue Genetiken an – einfach, weil sie diese Geschichte nie selbst erlebt haben.

Chapter 30

Training the next generation and dealing with people leaving

How do you think about mentoring the next generation and how do you deal with people eventually leaving to do their own thing?

In the U.S., many people on our team have been around for a long time, and naturally, some of them aren't eager to step away from the front line.

But I believe we have to bring in people in their early twenties and give them the opportunity to learn. The goal is to teach them not just the technical side of breeding, but also the way we think and the values we work by.

Of course, that's not always easy. You invest years into someone, and eventually they leave to build something of their own. That can be frustrating, but it's also part of the process.

In Spain and across Europe, many of the people we work with come from an activist background. But the industry is evolving. It's moving beyond pure activism into something much more complex.

What I'm looking for now is a younger generation with vision, ambition, and a real understanding of business - people who can bring fresh energy while staying true to the values that built this culture.

The same applies to consumers. Many younger people never experienced the grey or black market. They grew up with dispensaries and legal cannabis, which is a great thing - but it also means they've only seen a small part of what cannabis has to offer.

That's why classic genetics like Jack Herer can feel completely new to them, even though they've been around for decades.

Talk w: AURYN from PCG (Purple City Genetics)

Das Gespräch in voller Länge.
Manche Gedanken wirken geschrieben anders als gesprochen. Wenn ihr das Interview so erleben möchtet, wie es entstanden ist: mit allen Pausen, Geschichten und spontanen Momenten, könnt ihr euch hier das komplette Gespräch anhören.

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